Mühlendesign
März 12, 2013 — 17:57

Design

Gleich zu Anfang, ich bin kein Designer, will mich auch nicht als Formen-Kritiker präsentieren. Ich hatte in der Schule im Kunstunterricht  nicht gerade die besten Noten, und zeichnen kann ich auch nicht besonders gut. Zu Beginn meiner „Drechsel Karriere“ hab ich einfach losgedrechselt, mal war es ganz schön anzuschauen, aber oft auch nicht und somit Schade ums Holz und die Zeit.

Mittlerweile versuche ich ein Werkstück zu planen. Suche in meiner Umgebung nach ähnlichen Formen. Stelle mir die Abmessungen in ein Verhältnis und suche nach dem optimalen Gesamtbild,  bevor ich anfange Späne zu produzieren. Unterm Strich spart das nicht nur Holz, sondern ab und an sieht das Ergebnis auch noch vorzeigbar aus.

Da wir uns heute mit Mühlen beschäftigen wollen, geht es also hauptsächlich um längliche Formen. Das nächste Kriterium, man muß die Form gut greifen können, beim Kochen auch mal mit nassen, fettigen Händen. Und nach dem Kochen muß man die Mühle auch wieder gut reinigen können.

Ikea

Bild Ikea

Der Begriff Ringeldings, stammt, meine ich zu wissen von Ben (Benedikt Maria Bohlinger www.benbowl.de), aus dem Drechsler-Forum. Für mich haben Ringeldingse an Mühlen nicht unbedingt was zu suchen, bei Ikea gab es mal ein Extrem Ringeldings, den Namen konnte ich nicht mehr ergründen und habe nur noch ein Bild dazu im Netz gefunden ( auch das sagt was…). Genau wie bei in jeder Küchenabteilung erhältlichen traditionellen Pfeffermühlen finde ich das zu sehr  geringeldingst. Für mich ist da weniger mehr, aber jeder hat einen anderen Geschmack und muß selbst finden was ihm gefällt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nur wie finden wir die ideale Form??

Oder besser eine gefällige Form.

Der Begriff Pfeffermühle bei Google Bilder bringt 380.000 Einträge

Pfeffermühle + Holz noch 58.000 Einträge

Da ist sicherlich schon genug dabei, wo man sagen kann, so auf keinen Fall.

Augen auf beim Einkauf, einmal durch die Porzellan / Glas Abteilung im Kaufhaus, da kann man auch mal mit dem Meterstab die Größenverhältnisse  abmessen.

Es muß ja nicht eine Mühle sein, auch Vasen und Flaschen haben  oft eine für Mühlen geeignete Form.

Die Feinkostabteilung im Supermarkt, hier gibt es jede Menge tolle Balsamico- Essig und  Oliven- Ölflaschen, Oliven Gläser etc. bei denen schon alleine die Höhen und    Durchmesser ein stimmiges Bild ergeben.

 

 

 

 

So kann schon mal ein Formen Fundament gelegt werden, aber wie bekomme ich das auf meine Mühlenmechanik abgestimmt?

Ted Sokolowski hat das in seiner DVD Making a Peppermill sehr gut beschrieben.

Die nachfolgenen Bilder stammen aus dieser DVD.

Hier kann diese und weitere DVD´s bestellt werden. 

http://sokolowskistudios.com/

Schritt 1 in einer maßstäblichen Zeichnung wird der Raum den die Mechanik braucht festgestellt.

 Mahlwerk maße

Schritt 2 nun wird das Verhältniss vom Mühlenkörper (mit dem Mahlgutraum) und dem Mahlantrieb festgelegt.

st 2

Schritt 3 Nun kann die Aussenform festgelegt werden, hier sieht man auf der Zeichnung sofort spätere Probleme wie z.B Wandung wird zu dünn, oder die Figur ist nicht stimmig.

st 1

Schritt 4 Zeichnung ein mal spiegelbildlich kopieren  und  zu einer Einheit zusammenfügen . Nun erneut kopieren. 

 st 3

Schritt 5  Eine Kopie als komplettansicht und eine Kopie getrennt in Mahlantrieb und Mühlenkörper auf Hatrtfaser oder dünnes Sperrholz aufkleben. Dann alle wichtigen Maße mit dem Cuttermesser einkerben, damit der Bleistift am Rohling sicheren halt findet.

st 4 st 5 st 7

 

 

Schritt 6 (nur ein Tipp) aus Restholz ein Muster in Original Größe drechseln und eine Woche lang immer wieder mal anschauen.

Schritt 6 jetzt wird es spannend…. Entweder ab ins Brennholz und bei Schritt 2 wieder anfangen oder aus dem Traum von xy Holz drechseln.

Endlich ist das Ziel erreicht…. aber ach so ein Schei.., die Maserung, so schön sie auch ist, hat jetzt alles versaut. Dazu gibt es noch ein paar Worte im Kapitel Holzauswahl.

Ist also gar nicht so einfach mit den Mühlen.

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