Problemfälle & Lösungen
Februar 3, 2013 — 12:46

Author: Gerhard  Category:   Comments: Off

Problemfälle und Lösungen

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Durch zu schnelles Bohren gespaltene Kantel.

Nehmen Sie sich Zeit, ziehen Sie den Bohrer öfter zurück, gegebenenfalls muß die Spiralwendelung mit der Messingdrahtbürste von festsitzenden Spänen gereinigt werden.  Der Bohrer ist im Rohling verlaufen, zu schnell gebohrt, zu viel Druck oder schief eingespannt.

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Bei Sperrholz Kanteln kann es durch zu hohen Druck beim Bohren zu Abplatzungen kommen. Entscheidend ist hier z.B. der Moment, wenn der Bohrer aus der Kantel austritt. Deshalb hier und auch bei Acrylic Acetat Kanteln, den Rohling erst nach dem Bohren auf die richtige Länge einkürzen.

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Die Hülse läßt sich beim Einkleben  nicht komplett einschieben. In der Bohrung befand sich Schmutz (Staub, feine Späne), der den Kleber sofort zum Aushärten brachte. Geschieht auch oft bei Rohlingen die im 90° Winkel zur Maserung geschnitten sind.  Selbst der rasche Griff zum Hammer führte nicht mehr zum Erfolg.

Rohling vor dem Einkleben der Hülse ausblasen, mit sauberer Hülse die Passung testen, evtl. mit einer Rundfeile nacharbeiten. Die Hülse sollte leicht durch die Bohrung „durchfallen“. Wenn die Hülse trocken schon schwer durch die Bohrung geht, ist bei aufgetragenem Kleber mit Problemen zu rechnen.

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Auf der Hülse war der Kleber  nicht gleichmäßig verteilt.  Das und evtl. feine Haarrisse im Holz führten zum Abplatzen.  Hier hatte ich das Glück,  das abgesprungene Teil sofort zu finden, manchmal nicht mehr möglich.

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Das lose Stück wurde mit braunem STARBOND Glue wieder aufgeklebt.

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Im fertigen Klickkugelschreiber ist die Reparatur so gut wie nicht zu erkennen. Die Spitze des 2. Kugelschreibers zeigt genau darauf.

Bei „Reparaturen“ mit Sekundenkleber wie oben beschrieben kann es geschehen, daß der Abstandhalterring mit der Hülse oder dem Stab verklebt.  Kann nur aufwendig mit Aceton oder Nagellackentferner gelöst werden. Abhilfe schafft hier ein mit WD40 oder Wachs getränkter Lappen mit dem vor dem Montieren der Ringe, auf dem mit Hülsen versehenen Rohling, der Stab und die Ringe leicht eingerieben werden.

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Kunststoffe haben keine Maserung wie Holz, also wickelt sich beim Drechseln von Acrylic Acetat früher oder später ein Ballen „Endlosspan“ um das Werkstück.

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Der Absaugstutzen des Staubsaugers, direkt am Reitstock befestigt, schafft hier Abhilfe.

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Die Hülse schimmert beim fertigen Schreibgerät aus Acrylic Acetat durch.  Hülse nach dem Anschleifen mit einem wasserfesten Filzstift in passender Farbe einfärben. Nagellack in passender Farbe hat sich auch bewährt.

p10Dieses Bild habe ich von einer WEB-Seite. Der „Produzent“ wird mir sicher nicht böse sein, daß ich seinen Namen nicht nenne.

 

 

 

 

Hilfe, der Füller oder Rollerball ist krumm.  Ist er eigentlich nicht wirklich, aber die Hülsen sind nicht winklig mit der Bohrale bearbeitet oder Sekundenkleber,   Lack,  etc. hat diese Unebenheit verursacht.

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Hier hilft es nach dem Abnehmen der fertigen Hülsen vom Mandrel, diese Hülse kurz auf einem festen Untergrund über ein Stück Schleifmaterial zu ziehen oder auch mal zu einer Schlüsselfeile zu greifen und die Unebenheiten zu beseitigen.Bei dem oberen „krummen Füller“ scheint es an der Kappe zu liegen. Evtl. läuft die Maschine nicht zentriert rund zwischen den Spitzen. Der Abstich wird dann nicht gerade und der Zierring hierdurch zwar bündig, aber nicht im 90° Winkel aufgepresst.

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Aus der Bohrale kann man ein spezielles Fein- Tuning Werkzeug bauen.  Fräser umdrehen, glatte Seite zeigt nun zum Räumschaft, Schleifpapierscheibe in möglichst feiner Körnung (400 oder 600) aufkleben und schon kann man genau winklig fein nacharbeiten.

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Up´s da bin ich wohl etwas zu schnell und grob vorgegangen, Sperrholz sollte man an den Außenseiten immer von außen nach innen bearbeiten. Eigentlich sollte das ja die Clip/Final Seite eines Schreibers Serie 5 werden, zum Glück war noch nicht alles bis zur Endstärke abgedreht.

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Also Hülse an der beschädigten Stelle freilegen und gerade abdrehen.

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Entsprechend langes Holzstück in Kontrastfarbe (hier Grenadill) bohren und einkleben.

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Dann wurde der Schreiberrohling um 180° gedreht, das Ende wurde zur Spitze und es wurde doch noch ein brauchbarer Schreiber daraus.

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Damit fertig gedrechselte Schreiber nicht durcheinander geraten, bevor sie fertig montiert werden, stecke ich sie immer in ein und derselben Art und Weise auf ein Gestell. In die nach oben zeigende Öffnung der oberen Hülse kommt die Spitze, das untere Ende der unteren Hülse nimmt das Final auf.

Außerdem bringt so ein gefülltes Gestell nach einigen Stunden in der Werkstatt ein Gefühl der Zufriedenheit.

 

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